Eine AEROSKI-Gruppe auf dem Kilimanjaro
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Es ist zappenduster als wir früh am Morgen Richtung Flughafen düsen, um den Flieger nach Amsterdam zu erreichen, aber die Verbindung verläuft planmäßig und wir landen pünktlich in Schiphol. Dort trifft sich unsere Vierergruppe und nach letzten Shopping- und Geldwechselaktivitäten geht es endlich los Richtung Afrika, genauer gesagt nach Tansania.
Um 20.30 Uhr Ortszeit falten wir uns nach dem langen Flug wieder auseinander und hoffen, dass es unser aller Gepäck auch bis zum Kilimanjaro Airport geschafft hat und nun auf das Gepäckband wieder ausgespuckt wird. Da wir schon zu Hause unser Einreisevisum von der Tansanischen Botschaft in unsere Reisepässe eintragen haben lassen, müssen wir uns hier nicht in die lange Schlange einreihen, sondern können direkt zur Passkontrolle gehen.
Anschließend ist die Freude groß als wir unsere Koffer, Rucksäcke und Duffelbags in Empfang nehmen und von Karsten, dem Operations Manager von Summits Africa erwartet werden. Zusammen mit einem Fahrer bringt er uns in die Rivertree Lodge, wo wir auch die erste Nacht verbringen.
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Am nächsten Morgen werden wir dann von Godson, unserem Guide für die kommenden 8 Tage abgeholt und fahren zusammen via Moshi zum Parkeingang der Maranga Route. Hier tragen wir uns zunächst beim Nationalpark Ranger ein. Unser gesamtes Gepäck wird gewogen und auf unsere insgeamt 20 Träger verteilt. Dann geht es im Geländewagen endlich nach Lemosho, unserem eigentlichen Startpunkt der Tour.
Die letzte Stunde dieser Fahrt erfordert das gesamte fahrerische Geschick unseres Chauffeurs, um die steile, ausgewaschene Piste durch den Wald zu meistern und uns am Trail Head auf ca. 2.200 m gegen Mittag abzusetzen. Hier warten schon unsere Träger mit Quartiermeister und dem wichtigsten Mann der Truppe, unserem „Küchenchef“ Chilli. Nach einer letzten Tasse heißen Tees und einigen Snacks geht es dann direkt in den dichten Wald hinein und auf einem steilen Pfad bergauf.
Nach einer ca. 3 stündigen mehr oder weniger anstrengenden Wanderung durch den Bergregenwald mit unzähligen Baumriesen, Ameisenstraßen und Blüten am Wegesrand erreichen wir auf ca. 2.800 m das sogenannte Forest Camp. Unsere Träger Truppe ist schon vorausgeeilt und haben die geräumigen Schlafzelte sowie das Messzelt für die Mahlzeiten aufgebaut. Tagsüber waren die Temperaturen sehr angenehm und wir sind überwiegend im T-Shirt gegangen. Am Abend kühlt es jedoch schnell ab und wir sitzen in warmen Pullovern und Jacken beim Abendessen.
Eigentlich haben wir eher ein karges Mahl erwartet und wir trauen deshalb unseren Augen kaum, als Rama, der Quartiermeister das Essen im Messzelt serviert. Es gibt Suppe, ein Hauptgericht und als Nachspeise frische Früchte. Dann werden unsere Puls- und Blutsauerstoffwerte gemessen, bevor wir ziemlich müde in unsere kuschligwarmen Schlafsäcke kriechen.
Dank einer 7,5 cm dicken Schaumstoffmatratze schlafen wir alle gut und wachen am nächsten Morgen erholt auf. Der Wecker in Form von Rama bringt Kaffee und Tee direkt an den Zelteingang und innerhalb weniger Minuten kehren die Lebensgeister zurück. Wir ziehen uns an, packen unser Tagesgepäck sowie das Gepäck für die Träger zusammen und gehen frühstücken. Wieder gibt es reichlich zu essen, Pfannkuchen, Eier, gebratenen Speck, Marmelade, Toast, etc. Wenn wir weiter essen, werden wir auf dieser Tour definitv nicht abnehmen.
Kurz nach 7 Uhr startet unsere kleine Gruppe von 4 Leuten plus 2 Guides zur nächsten Etappe. Zuerst geht es noch ca. 2 Stunden durch dichten Regenwald, bevor die Vegetation lichter und niedriger wird. Gegen Mittag erreichen wir dann einen Sattel auf ca. 3.100 m, aber den Kibo können wir immer noch nicht sehen. Nach einem weiteren lukullischen, stärkenden Mittagessen geht es dann bei bestem Wetter und fast blauen Himmel weiter über kleine Täler, steile Rücken und sanfte Hänge, bevor wir den Rand des Shiraplateaus erreichen.
Kaum dass wir hier am Rand stehen, können wir ihn nun endlich sehen: den Kibo, den dritten und höchsten Krater des Kilimanjaro. Irgendwie haben wir aber das Gefühl, dass er noch zig Kilometer weit weg ist und nachdem wir nach weiteren 1,5 Stunden das Shira-1-Camp erreicht haben, wissen wir, dass uns unser Gefühl nicht getäuscht hat.
Heute sind wir immerhin 7,5 Stunden unterwegs gewesen und haben bereits eine Höhe von etwa 3.500 m erreicht, aber der Gipfel scheint noch Lichtjahre weg zu sein. Wieder gibt es ein herausragendes Abendessen, dass keinen unserer Wünsche offen läßt. Müde sinken wir in unsere Schlafsäcke und befinden uns in unseren Träumen schon bei den Gletschern des Gipfels.
Am frühen Morgen beträgt die Temperatur in unserem Zelt genau 1° C und die Zeltwand ist pickelhart gefroren. Draußen ist bis Sonnenaufgang alles mit einer dünnen Eisschicht überzogen, die aber nach Sonnenaufgang innerhalb von Minuten verschwindet. Eine halbe Stunde später ist es schon angenehm warm und als wir gegen 7.30 Uhr aufbrechen, können wir schon fast wieder im T-Shirt laufen.
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Der heutige Tag wird mit ca. 4 Stunden und moderaten 400 Höhenmetern eher gemütlich, so dass wir am Nachmittag noch einen 1,5-stündigen kleinen Akklimatisationsspaziergang dranhängen, bei dem wir erstmals die 4.000-Meter-Marke überschreiten.
Der vierte Tag wird dafür wieder etwas anstrengender und führt uns zum Lavatower hinauf auf 4.600m. Nach 4 Stunden werden wir hier mit einem perfekten Mittagessen als kleiner Belohnung verwöhnt bevor es wieder auf knapp unter 4000m hinab zu unserem nächsten Camp, dem Baranco-Camp geht. Auf dem Weg dahin durchwandern wir eine einzigartige Landschaft mit unzähligen gelbblühenden Blumen und riesigen Lobelien, die teilweise mehrere hundert Jahre alt sind. Das Wetter ist, wie schon die letzten Tage, auch ein wahrer Traum mit Sonnenschein pur und blauem Himmel. Erst kurz vor Erreichen des Lagers tauchen dichter Nebel und aufliegende Wolken die Szenerie in gespenstisches Licht.
Beim Frühstück mahnen uns die Guides ein bisschen zur Eile und einem baldigen Aufbruch, denn es steht der Aufstieg durch die Baranco-Wall, eine sehr steile Felswand mit ca. 200 Höhenmetern und einigen schwierigen Passagen bevor. Hier kann kaum überholt werden und es besteht immer das Risiko des Steinschlags durch Vorausgehende. Schnell haben wir unsere Siebensachen fürs Tagesgepäck zusammen und marschieren mit den Ersten los.
Nach einer guten Stunde und einigen malen Handanlegens erreichen wir den Ausstieg der Wand und genießen den unglaublichen Ausblick hinunter auf das Camp, das mittlerweile komplett in der Sonne liegt. Die Träger sind teilweise immer noch mit dem Abbauen der Zelte beschäftigt, aber wir wissen, sie werden uns in 1-2 Stunden in einem unglaublichen Tempo überholen, um schon vor unserer Ankunft am Nachmittag im Karanga-Camp die Zelte aufgebaut zu haben.
Nachdem wir nun schon das dritte Mal auf ca. 4.000m schlafen, sind wir schon sehr gut an die Höhe angepasst und es geht uns bis auf hin und wieder mal etwas Kopfweh richtig gut. Wir führen das in erster Linie auf unsere erstklassige Verpflegung und die guten Schlafbedingungen zurück. Unser eigenes kleines Toilettenzelt und mehrmaliges Händewasche am Tag mit heißem Wasser und Seife trägt sicherlich einen großen Anteil dazu bei.
Viele andere Gruppen sind heute an uns vorbeigezogen, haben das Karanga-Camp ausgelassen und sind direkt zum Barafu-Camp auf 4.600m aufgestiegen, was einer Gesamtgehzeit von fast 8 Stunden bedeutet. Wir haben es dagegen etwas ruhiger angehen lassen und waren nur etwa 4 Stunden unterwegs. Am Abend genießen wir wieder ein tolles Abendessen mit allem Drum und Dran und können uns kaum am fantastischen Sternenhimmel satt sehen.
Früh am Morgen werden wir wieder von Rama mit duftendem Kaffee und heißem Tee geweckt. Die Temperatur im Zelt war wie in den letzten Tagen jeweils knapp um die 0° C, aber dank der dicken Unterlage und unseren Daunenschlafsäcken haben wir nicht gefroren. Am Frühstückstisch erwarten und schon wieder Müsli, Haferbrei, knuspriger Toast, Marmelade und was das Herz sonst noch so begehrt. Der eine oder andere musste auch heute Nacht wieder mal raus, die 3 – 5 Liter Flüssigkeit entsorgen, die wir jeden Tag trinken, um in dieser Höhe fit zu bleiben.
Als es dann nach dem Frühstück endlich losgeht in Richtung Barafu-Camp, werden wir von unseren Guides zu einer sehr langsamen Gangart ( Pole – Pole ) ermahnt, um einerseits Kräfte für den folgenden Gipfeltag zu sparen und um uns weiterhin optimal an die Höhe anzupassen. Der Tag verläuft bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen in bester Laune und immer wieder faszinieren uns Blumen und Blüten, die wir in dieser Höhe nicht mehr erwartet haben. Der Weg ist nicht sonderlich schwierig und verläuft die ersten 1-2 Stunden nicht besonders steil. Dann endlich können wir unser Ziel für den heutigen Tag auf einem langgezogenen Gratrücken, der direkt vom Gipfel des Kibo herunter zu ziehen scheint, erkennen. Die letzten 200 Höhenmeter zum Camp ziehen sich nun doch noch ein bisschen hin, aber nach gut einer Stunde haben wir auch diese Rangerstation erreicht und tragen uns, wie auch in all den Tagen davor, in das Register ein.
Durch die kurze Etappe von gerade mal 3,5 Stunden ist es erst Mittag und wir haben nun noch viel Zeit, um das Camp ein wenig zu erkunden. Kurz, nachdem wir unsere Zelte eingerichtet haben, sehen wir auch schon die ersten Gruppen, die vom Gipfel zurückkommen. Viele davon haben uns gestern durch das Auslassen des Karanga-Camps überholt und sind gegen 16-17 Uhr hier im Barafu-Camp angekommen. Viel Zeit zur Erholung im Camp hatten sie wirklich nicht, weil schon um 23 Uhr der Wecker klingelte. Um Mitternacht sind sie dann im Schein ihrer Stirnlampen und bei klirrender Kälte losmarschiert. Jetzt sind sie zurück und wir sehen nicht bei allen strahlende Gesichter. Für knapp die Hälfte hat sich der Traum vom Gipfel nicht erfüllt. Manche konnten nicht mehr weitergehen, weil sie gefroren haben, andere waren zu erschöpft und wurden von den Trägern gestützt und mehr oder weniger heruntergetragen. Einige waren schlecht akklimatisiert und hatten rasende Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und konnten deshalb nicht mehr weiter.
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Das alles gab uns schon sehr zu denken. Wie würde es uns ergehen? Sind wir noch fit genug, haben wir immer genug getrunken, genug gegessen, genug geschlafen? Unsere Guides beruhigten uns und meinten, es gäbe keinen Grund, warum wir es nicht schaffen sollten. Für unser letztes Abendessen vor dem Gipfeltag hatte sich unser Koch Chilli selbst übertroffen: es gab ein saftiges Steak mit Kartoffeln und frischem Gemüse! Da kann ja praktisch nichts mehr schiefgehen...
Die kommende Nacht wird etwas unruhig. Wir haben uns entschieden, erst gegen 4 Uhr morgens loszugehen, um dem ganzen Trubel um Mitternacht zu entgehen. Alle anderen begannen aber gegen 23 Uhr mit hektischen Vorbereitungen, so dass wir nicht so gut geschlafen haben wie in den anderen Nächten zuvor.
3 Uhr morgens, Rama, unser Wecker, erscheint wieder wie gewohnt mit Kaffee und Tee, dann geht’s zum Frühstück. Nach letzten Vorbereitungen und warm eingepackt, marschiert unser Trupp dann gegen 4 Uhr los. Diesmal hat jeder von uns vieren einen persönlichen Begleiter, 2 Guides und 2 Träger, so dass im Fall des Falles jeder sein Tempo gehen kann, oder im schlimmsten Fall nicht alleine wieder absteigen muß.
Zügig geht es los unter einem außerirdischen Sternenhimmel, aber es ist bitterkalt. Gegen 6 Uhr wird es langsam hell und der Sonnenaufgang kündigt sich an. Wir erleben ein ganz besonderes Naturschauspiel, als die Sonne langsam hinter dem Mount Mawenzi aufsteigt. Innerhalb einer halben Stunde ist es dann taghell und schlagartig wird es auch angenehm warm. Schnell werden die Daunenhandschuhe und –jacke im Rucksack verstaut und die Sonnenbrille herausgekramt. Jetzt noch kurz Sonnenschutzcreme ins Gesicht und schon geht es hoch motiviert weiter den steilen Weg hinauf. Trotz guter Kondition geht das Sammeln von Höhenmeter eher etwas zäh voran und der immer steiler werdende Pfad im Geröll und Lavastaub tut ein übriges.
Immer wieder kommen uns erschöpfte Gestalten entgegen, die sich kaum noch auf den Beinen halten können. Viele davon mussten umkehren. Nach etwa 6 Stunden erreichen wir dann den sogenannten Stella Point auf 5.730 m. Wer es bis hierher schafft, hat damit offiziell den Kilimanjaro bestiegen. Unsere Guides stellen uns vor die Wahl, entweder von hier aus wieder abzusteigen oder weitere 170 Höhenmeter zum Uhuru Peak aufzusteigen. Wir entscheiden uns für Aufstieg, frei nach dem Motto, jetzt sind wir schon mal hier, jetzt wollen wir auch ganz hinauf.
Der Weg führt am Kraterrand entlang und sieht von weitem sehr flach aus. Tatsächlich ist es dann doch steiler und zieht sich länger als erwartet. Wir gehen an diesen seltsamen Kilimanjaro-Gletschern mit ihren 30-40 Meter hohen Eiswänden vorbei und staunen immer wieder. Dann endlich, das berühmte Gipfelschild ist in greifbare Nähe und schon laufen die Beine wieder etwas leichter. Die letzten Meter werden schnell zurückgelegt, wir haben es geschafft! Nach insgesamt 7 Stunden und 1.350 Höhenmetern sind wir oben angekommen.
Wir stehen auf dem höchsten Punkt von Afrika! Unglaublich! Das Wetter ist immer noch gut, blauer Himmel mit einigen Wolken um und unter uns, und es ist so warm, dass man nicht einmal eine Jacke anhaben muss. Der Krater, in den man von hier oben blickt, ist riesig, mehrere Kilometer im Durchmesser. Wir sehen mehrere der berühmten Eiskappen und beglückwünschen uns innerlich, dass wir es noch hier herauf geschafft haben, bevor diese Gletscher verschwunden sein werden.
Nach einer kurzen Rast mit Brotzeit und den obligatorischen Gipfelbildern machen wir uns wieder auf den Weg zurück. Diesmal geht es etwas schneller und wir surfen regelrecht in der Vulkanasche den Berg hinab. Nach gerade mal 2 Stunden sind wir wieder im Barafu-Camp angekommen, wo schon wieder ein stärkendes Mittagsessen auf uns wartet. Anschließend geht es weiter hinunter, nochmal ca. 2 Stunden bis ins Millenium-Camp auf ca. 3.800m, wo wir unsere letzte Nacht am Berg verbringen.
Diesmal schlafen wir wie die Steine und erwachen wieder bei bestem warmen Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein. Nochmal geht es für 4-5 Stunden und etwa 2.000m bergab, die Hälfte davon wieder durch den wundervollen Bergregenwald bis wir schließlich im Tal das Mweka-Gate erreichen. Hier werden wir von unseren Trägern erwartet und feiern bei einer Flasche Schampus unseren Erfolg . Ein letztes Mal müssen wir uns bei der Rangerstation eintragen, bevor es dann mit dem Jeep zurück ins Hotel geht.







